Verrät der Zauberer Geheimnisse?

Verrät der Zauberer Geheimnisse?

„Können Sie uns mal einen Trick verraten?“ – Diesen Satz hört ein Zauberkünstler sehr oft. Er ist angesichts erlebter „Wunder“ ja auch irgendwie verständlich.

Aber, wäre es gut für den Zuschauer, das Geheimnis zu erfahren?

Ein Zauberschüler erzählte mir, dass er kürzlich seiner kleinen Tochter ein Kunststück vorführte. Die Kleine war völlig verzaubert und staunte Bauklötze. Nach einer Weile fing sie an zu drängeln:

„Bitte Papa, erklär mir, wie Du das gemacht hast!“

„Nein, das ist ein großes Zauberergeheimnis, das darf ich nicht einfach verraten.“

„Aber mir kannst Du es doch sagen, ich erzähl es auch nicht weiter!“…

Kurzum, die kleine Prinzessin hatte ihren Papa irgendwann soweit, er verriet ihr das Geheimnis… Darauf rannte sie weinend aus dem Zimmer!

Das Beispiel ist sicher extrem, aber es veranschaulicht wunderbar, was passiert, wenn Zauberkunst auf das Geheimnis reduziert wird.

Ich empfahl es schon an anderer Stelle: Lehne Dich zurück und genieße! Klar, überlege ruhig, „wie so was gehen könnte“ – das verstärkt das Mysterium. – Aber nicht zu lange! Sonst gibt es den Kolbenfresser im Hirn. Und der tut weh 😉 

 

Wie funktioniert Zauberkunst?

Wie funktioniert Zauberkunst?

HIER schrieb ich bereits über die Macht des Wortes in der Zauberkunst.

Mein Vorbild und Guru, der spanische Zauberkünstler Juan Tamariz, sagt in der amerikanischen Fachzeitschrift „Genii“ etwas, das über das reine Wort weit hinaus geht:

„Ich benutze Timing und Ablenkung, aber wirklich wichtig ist vor allem das Erinnerungsvermögen. Ich habe dies über 20 Jahre studiert und habe gelernt, das Erinnerungsvermögen der Zuschauer ‚gegen sie‘ zu benutzen. Das Langzeitgedächtnis ist chemisch basierend, das Kurzzeitgedächtnis elektrisch. Ein kurzer Eindruck, ein elektrischer Gedanke also, braucht ein Weilchen, bis er chemisch wird. Ich weiß, wie man den kurzen Eindruck noch kürzer machen kann. Was im elektrischen Gedächtnis passiert, kann von Dingen gelöscht werden, die in das chemische Gedächtnis übergehen. Dies und Ablenkung nutzend, kann ich ein Kartenspiel in voller Sicht sortieren. Ich kann Menschen dazu bringen, zu glauben, sie hätten ein Kartenspiel gemischt, obwohl sie es nur abgehoben haben. Sie erinnern sich an Dinge, die nie geschehen sind und vergessen tatsächlich Passiertes.“

Ist Zauberkunst nicht was Wunderbares?

 

Das Wort in der Zauberkunst

Das Wort in der Zauberkunst

„Im Anfang war das Wort“ sagen die Bibel und Goethe.

Der moderne Kommunikationswissenschaftler hat hingegen herausgefunden, dass die menschliche Kommunikation nur zu 7 Prozent über den Inhalt der Worte funktioniert.

Ich glaube, in der Zauberkunst trägt das Wort wesentlich zur Täuschung und emotionalen Beteiligung der Zuschauer bei.

Der großartige Münchener Zauberkünstler Jörg Alexander sagt z.B. wenn er ein Seil zerschneidet: „Die Schere durchtrennt das Seil Faser für Faser.“ Wenn die Erbse beim Hütchenspiel unter das Glas, in die Nuss wandert, benutzt er die Formulierung „…wie ein Lichtstrahl“.

Jörg erzeugt so ganz bewusst bestimmte Bilder im Kopf seiner Zuhörer. Niemand wird mehr vergessen oder anzweifeln, dass das Seil tatsächlich zerschnitten wurde. Und was für eine Steigerung der magischen Wirkung, wenn ich mir vorstelle, dass die Erbse das Glas wie ein Lichtstrahl durchdringt!

Davon inspiriert, habe ich mir meinen Vortrag zum klassischen Ringspiel erarbeitet:
Ständig benutze ich Wörter wie Stahl, massiv, solide, fest verschlossen, kugelsicher, wasserdicht, usw. Ich spreche von „hermetisch voneinander getrennten“ und von „untrennbar miteinander verketteten“ Ringen. Damit etabliere ich (hoffentlich 😉 ) bestimmte Assoziationen in den Köpfen der Zuschauer. Das wiederum führt zu einem stärkeren magischen Erlebnis.

Wenn ich sage: „Bitte untersuchen Sie den Gegenstand nochmals.“ impliziert dies automatisch, dass der Gegenstand schon einmal untersucht wurde! Wenn ich rekapituliere: „Sie haben gemischt, dann haben Sie eine Karte bestimmt, dann Sie eine Zahl“ habe ich vielleicht eine für die Methode wichtige Reihenfolge vertauscht. Außerdem hat der Zuschauer vielleicht nicht gemischt, sondern nur abgehoben (da er im Kunststück vorher tatsächlich gemischt hat und ich körpersprachliche Mittel zusätzlich nutze, fällt es ihm auch sehr schwer, hier nicht zu zustimmen – aber wir schweifen ab 😉 ).

Zu guter Letzt: Wir erzeugen also mit unseren Wörtern Bilder im Kopf des Zuhörers. Und ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Damit behalten also auch die modernen Kommunikationswissenschaftler recht. 😉 

 

Zaubern lernen – aber wie?

Zaubern lernen – aber wie?

Immer wieder werde ich von interessierten Laien gefragt, wie und wo man die Kunst des Zauberns erlernen kann.
Nun, zu aller erst ist ein Zauberkünstler Autodidakt. Initialzündung in der Kindheit ist oft der berühmte Zauberkasten. Später hilft aber vor allem ein gutes Zauberbuch aus dem öffentlichen Buchhandel. Hier 2 Empfehlungen:

David Pogue „Zaubern für Dummies“

Jochen Zmeck „Handbuch der Magie“

Das Handbuch der Magie (Erstauflage 1978) ist ein großartiges Grundlagenwerk. Ich wuchs damit auf und schaue selbst aktuell noch hin und wieder rein. Bis heute wird es als Grundlage für die Aufnahme – Prüfung in den Magischen Zirkel von Deutschland verwendet.

Womit wir bei einer interessanten Anlaufstelle wären. Denn in diesem Dachverband der deutschen Zauberkünstler findet man Kontakt zu Gleichgesinnten, Zugang zur Fachzeitschrift „MAGIE“ sowie zu Fachkongressen und Seminaren.

Die meisten Profi – Zauberkünstler helfen gern beim Einstieg oder geben Unterricht. Ich selbst bin da keine Ausnahme, nehmen Sie gern Kontakt zu mir auf.

Braucht’s noch einen Anstoss? Der könnte auch das Live – Erlebnis einer Zaubershow sein. Die Termine meiner öffentlichen Shows finden Sie HIER

 

 

Was machen Zauberer tagsüber?

Was machen Zauberer tagsüber?

„Was machen Sie eigentlich tagsüber?“ Das wird ein Zauberkünstler häufig gefragt. Ich habe hier als Antwort einfach einmal einen ganz normalen und zufälligen Tagesablauf notiert (es war der 21.02.2011).

 

8:00 Aufstehen, Frühstück, Zeitungsschau (netter Artikel über mich im Lokalteil der LVZ, leider ein ausgesprochen unvorteilhaftes Foto 🙁 Der Sportteil hat da schon eher positive Nachrichten parat: Lok Leipzig gewinnt 4:0 in Magdeburg, yippieee!)

9:00 Der übliche Bürokram: E-Mails, Anrufe, Rechnungen (bezahlen, nicht schreiben…)

10:00 Nachbearbeitung meines Auftrittes vom Samstag, den nächsten (Donnerstag) vorbereitet, ein paar Dinge, die Samstag noch nicht so doll waren, gleich noch mal geübt

11:00 Der Versuch mich endlich bei Facebook anzumelden. Sehr aufwendig und nervig…

12:00 …Fummel immer noch bei Facebook rum… und rufe gegen 12:45 Uhr einen Kollegen an, um mir Rat zu holen.

13:00 Gassi gehen mit Hund (ja mit wem denn sonst… 😉 ), einen Kaffee trinken und ein bisschen was essen

14:00 Immer noch Facebook, ich glaube, ich geb es bald auf. Ich kam jetzt über 44 Jahre auch ohne diesen Sch… zurecht.

15:00 Langsam ist Land in Sicht, ein Anfang bei FB ist gemacht.

16:00 Übe jetzt für mein Soloprogramm.

17:00 immer noch üben; 17:20 ruft mein lieber Kollege Torsten P. aus D. wegen eines gemeinsamen Auftrittes an, wir sprechen bis nach 18:00 Uhr, die alte Labertasche… 😉

18:00 Abendessen, Abwaschen, Küche reinigen (ja auch so was muss ein Zauberer machen…)

19:00 letzte Büroarbeiten (E-Mails, diesen Tagesablauf beenden und veröffentlichen); noch mal üben

20:00 Feierabend, jetzt ist Lesen und meine liebe Frau angesagt!